Etwas abseits der Oberschwäbischen Barockstraße, westlich der Stationen Wald und Pfullendorf liegt Liggersdorf, im östlichen Randgebiet des Hegaues, seit 1973 Hauptort der Gemeinde Hohenfels. Als fränkische Gruppensiedlung wohl im 8, Jahrhundert gegründet, wird Liggersdorf als “Liutherestoref“ in einer Urkunde Bischof Gebhards von Konstanz im Jahre 970 erstmals urkundlich genannt. Die Pfarrei erscheint erst 1275 im “Liber decimationis“, dem Zehntbuch des Bistums Konstanz.

Seit dem 13. Jahrhundert ist Liggersdorf zentraler Ort der Herrschaft Neu-Hohenfels. Durch die Heirat der Ursula von Hohenfels mit Wolfgang von Jungingen gelangt die Herrschaft an diese Ritterfamilie, aus der die beiden Deutschordens- Hochmeister Konrad und Ulrich von Jungingen hervorgingen, Landkomtur Wolfgang von Klingenberg erwirbt im Jahre 1506 die Herrschaft Neu-Hohenfels um 12000 Gulden für den Deutschen Orden, der die Pfarrkirche in Liggersdorf als kirchlichen Mittelpunkt seiner Obervogtei Hohenfels repräsentativ ausstattet.

Der Reichsdeputationsausschuß beendet 1806 die Deutschordensherrschaft. Liggersdorf kommt mit Neu-Hohenfels zum Fürstentum Hohenzollern-Sigmaringen, 1822 vom Obervogteiamt Hohenfels zum Oberamt Wald, 1662 zum Oberamt Sigmaringen, 1925 Landkreis Sigmaringen, 1973 zum Landkreis Konstanz und damit verwaltungsmäßig wieder zurück in den Bereich der karolingischen Hegau- Grafschaft und der späteren Landgrafschaft Neuenburg