Kirche Deutwang

St. Gallus

1272 und 1275 ist Deutwang als Pfarrei und Sitz des Dekanats belegt, das später nach Stockach verlegt wurde. Das 1698 genannte Gallus-Patrozinium deutet auf ein hohes Alter dieser Pfarrei und wird mit einer 806 erfolgten Schenkung an das Kloster St. Gallen in Verbindung gebracht. Seit etwa 1530 wurde die Pfarrei vom Mindersdorfer Pfarrvikar mit versehen und galt seit dem 17. Jh. als der dortigen Pfarrei inkorporiert, hatte aber noch im 19. Jh. als deren Filiale verschiedene pfarrliche Rechte. Das Patronatsrecht hatte, seit dem 15. Jh. nachweisbar, die Ortsherrschaft.

DeutwangDie im Süden des Dorfes an der Straße gelegene Kirche wurde 1712 wahrscheinlich an der Stelle eines älteren Gotteshauses erbaut und 1718 geweiht. 1787 wurde der Dachstuhl erneuert. Das Innere der Kirche wurde 1939 und die Außenfassade wurde 2000 instandgesetzt. Das rechteckige Langhaus und der halbrunde Chor liegen unter einem in gleicher Höhe durchlaufenden Satteldach. An der Nordseite des Chores ist die Sakristei angebaut. Die Westempore ruht auf zwei hölzernen runden Säulen. Der Hochaltar mit neuerer Figur des hl. Gallus und einem Wappen des Landkomturs Christian von Königsegg (1759-1774) entstand vermutlich um 1760, der südliche Seitenaltar mit einer Statue des hl. Vitus 1733 in Pfullendorf, der nördliche mit den Figuren der Heiligen Georg und Gregor wahrscheinlich um 1715. An der nördlichen Langhauswand steht die wohl ebenfalls 1715 gefertigte Kanzel, im Chor ein um 1500 aus grauem Sandstein gehauenes achteckiges Taufbecken in Kelchform. Weiterhin enthält die Kirche Heiligenfiguren aus dem 17. und 18. Jh. und ein Tafelbild des hl. Josef, das 1793 gestiftet wurde.